Sgrafitto |
|
Eine Arbeitstechnik mit Geschichte Als Stuckateur arbeitet Ihr mit verschiedenen Baustoffen und Techniken, heute stellen wir euch eine davon vor: Sgrafitto Der Begriff kommt aus dem Italienischen und bedeutet übersetzt so viel wie „kratzen“ – doch dahinter steckt viel mehr. Vor allem in Kombination mit Ornamenten stellt diese Art der Gestaltung eine tolle Alternative zur üblichen Wandmalerei dar. Besonders während der Renaissance in Italien fand Sgrafitto häufig Anwendung, von da aus startete diese Technik ihren Siegeszug auch im Deutschsprachigen Raum. Der handwerkliche Vorgang sieht folgendermaßen aus, es werden übereinander Schichten aus Breikalk und scharfem Sand aufgetragen und mit der Richtlatte abgezogen, darüber kommt dann eine Mörtelschicht, die mit Farbstoffen durchgefärbt ist. Am Ende folgt eine abschließende Schicht im natürlichen Mörtel-Farbton. In den so vorbereiteten frischen, weichen Putz ritzt der Handwerker schließlich Linien und Flächen und zwar so, dass die farbige Schicht gerade sichtbar wird. Bei mehrfarbigen Sgrafitti ist die Technik schwierig, da der Bildaufbau umgekehrt werden muss: Zuerst werden die Details angelegt, die Umrisse werden erst zum Schluss sichtbar. Daher ist zur Erstellung eine umfangreiche Vorausplanung erforderlich. Diese Gestaltungsart ist vor allem wegen ihrer langen Haltbarkeit auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen beliebt. Noch heute besteht hohes Interesse an der alten Technik, da sie ein großartiges künstlerisches Ausdrucksmittel ist! |
